Donnerstag, 15. Juni 2017

Buchvorstellung: Wolf Call

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Klappentext:

Wie verhält sich eine gestandene Frau von 31 Jahren, wenn ein fremder Mann mit einem riesigen unerzogenen Hund behauptet, sie sei für ihn bestimmt? Charlotta auf jeden Fall wird wütend und will Rob nicht wiedersehen.
Ab dem Augenblick dieser Entscheidung hat sie das Gefühl, ihr Leben rausche an ihr vorbei, alles um sie herum „passiere“ einfach. Dazu kommt die Drohung eines psychopathischen Kollegen, der verkündet zu wissen, dass Rob ein Wolfsmensch sei und er ihn zu jagen beabsichtige. Doch während Charlottta noch glaubt, Rob und die Wolfsmenschen seien in Gefahr, muss sie plötzlich um ihr eigenes Leben fürchten.
Und dann tauchen unvermutet noch weitere, fremde und verwilderte riesige Wölfe auf ...

Spannende Liebesgeschichte, mit dem richtigen Schuss Erotik und einer fantastischen Story!

Leseprobe:

Charlottas erste Trance:

Der alte Mann stand plötzlich vor ihrem Bett. Er hatte ein von mindestens tausend Falten durchfurchtes Gesicht. Die dunklen wissenden Augen waren auf sie gerichtet, ein sanftes Lächeln gab ihr das Gefühl, dass sie keine Angst zu haben brauchte.
„Komm mit mir“, hörte sie die tiefe Stimme des Mannes, die alles in ihr zum Vibrieren brachte. Dabei hatte er seine Lippen nicht bewegt.
Ohne zu zögern, schlug Charlotta ihre Bettdecke zur Seite und folgte ihm. Zunächst gingen sie durch ihr Wohnzimmer auf die Terrasse. Dort zeigte er zum Himmel und erklärte ihr, dass man in dieser Nacht sehr deutlich das Sternbild des Wolfes sehen konnte. Und – tatsächlich glaubte sie einen auf dem Rücken liegenden Wolf erkennen zu können. War der schon immer da gewesen?
Sie gingen weiter, und innerhalb weniger Sekunden waren sie am Waldrand angelangt. Der Wind rauschte leise durch die Blätter. Charlotta fürchtete sich plötzlich. Als habe der alte Mann das gespürt, drehte er sich zu ihr um und legte ihr seine Hände auf die Schultern. Er sah ihr freundlich lächelnd tief in die Augen, seine Hände waren unglaublich warm. Augenblicklich hatte Charlotta das Gefühl, dass sämtliche Verspannung aus ihrer Schulter- und Nackenmuskulatur wich. Sie fühlte sich leicht und glaubte, über den Bäumen schweben zu können.
„Möchtest du das?“, fragte die tiefe Stimme wieder. Noch bevor Charlotta antworten konnte, verloren ihre Füße die Bodenhaftung. Sie sah die Baumkronen auf sich zukommen und durchbrach deren grüne Blätterfülle, um den dunklen Wald zu verlassen. Seltsamerweise machte ihr das weniger Angst als der rauschende Wald vorher. 
„Was ist das?“, fragte sie den Mann und zeigte auf mehrere leuchtende Punkte.
„Feuer“, antwortete der Alte. 
Als sei damit alles gesagt, gab Charlotta sich mit der Antwort zufrieden. Plötzlich hatte sie das Gefühl, sie seien nicht mehr alleine. Und richtig: Hinter ihr schwebte noch eine weitere Gestalt.
Sie wurde ärgerlich. „Was willst du von mir, Rob?“
„Eine Chance!“ Es klang, als hätten zwei Stimmen gleichzeitig gesprochen. Die des alten Mannes und die von Rob.
„Eine Chance wofür?“
„Gib dir die Chance, mich kennenzulernen.“
Verblüfft verschluckte Charlotta die nächste böse Bemerkung. Sie hätte eher damit gerechnet, dass er eine Chance wollte, um sie kennenzulernen. Dass sie sich nun aber die Chance geben sollte, ihn kennenzulernen …
Verunsichert drehte sie sich zu dem alten Mann mit dem zerfurchten Gesicht und den scheinbar allwissenden Augen um. „Warum möchte er das?“, wollte sie wissen, zuversichtlich, auch eine Antwort auf ihre Frage zu bekommen.
Das Gesicht des alten Mannes verzog sich zu einem breiten Lächeln. „Nur wen du kennst, dem kannst du vertrauen. Vertrauen aber ist die Basis für alles.“
„Ja schon, aber …“ Charlotta drehte sich zu dem aufdringlichen Mann um, der ihr plötzlich überall zu begegnen schien. Doch statt seiner saß ein großer Wolf dort. Sofort fiel ihr auf, dass es nicht der Wolf sein konnte, den Rob Paul genannt hatte. Dieser war womöglich noch ein bisschen größer, und sein Fell hatte eine satte hellbraune Färbung. Es war ein anderer Wolf, vielleicht der, den sie und Angie abends gesehen hatten? Fragend sah sie sich nach dem alten Mann um, doch der hatte ihr den Rücken zugekehrt und ging fort.
Sie wollte aber nicht mit dem großen Wolf, der ihr ein bisschen Angst machte, alleine sein. Deshalb lief sie hinter dem alten Mann her und ließ den braunen Wolf hinter sich. Doch so sehr sie sich auch beeilte, trotz seines Alters und des scheinbar gemächlichen Schrittes, vergrößerte er den Abstand zwischen ihnen beständig. Charlotta beeilte sich immer mehr, sie fürchtete, dass sie ihn verlor und alleine war. Alleine über dem Wald, nicht wissend, in welche Richtung sie zurückmusste und vor allem, wie sie dann wieder runter auf die Erde kam.
Plötzlich spürte sie, dass sie nicht alleine war. Neben ihr lief der große Wolf. Er lief locker und lässig. Ihr war klar, dass er sicherlich schneller hinter dem alten Mann herlaufen könnte, dennoch aber bei ihr blieb. Als ihr das bewusst wurde, machte sich in ihr ein schier unbeschreibliches Gefühl der Sicherheit breit, und sie verlangsamte ihren Schritt wieder. Jetzt war es egal, wenn sie den alten Mann verlor. Sie vertraute zuversichtlich darauf, dass der große braune Wolf ihr half.
Sie liefen immer weiter. Die Gestalt des alten Mannes war kaum noch zu erkennen. „Komm mit mir nach unten“, sagte eine Stimme, die sie zu kennen glaubte. Doch außer ihr und dem Wolf war niemand da. Noch während sie sich umsah, wer sonst in ihrer Nähe sein und gesprochen haben könnte, durchbrachen sie und der Wolf, der ihr keinen Meter von der Seite wich, erneut die Blätterkronen der Bäume. Bei dem Tempo, in dem sie wieder zur Erde zurückkehrten, hätte sie eigentlich den Luftzug spüren müssen, und normalerweise hätte sie auch Angst gehabt. Aber sie hatte keine Angst. 
Sanft landete sie auf ihren Füßen. Gerade stellte sie fest, dass sie gar keine Schuhe trug, doch im gleichen Moment sah der große Wolf sie auffordernd an und lief los. Ohne zu zögern, folgte Charlotta ihm. 
Sie liefen über eine große Wiese, folgten dem Lauf eines schmalen Flusses und kamen schließlich an einen großen Felsen. 
„Bitte warte hier“, hörte sie wieder die Stimme, von der sie inzwischen glaubte, dass sie Rob gehören könnte. Doch war der nicht da. Gehorsam setzte sie sich ins Gras und schaute auf den klaren Fluss, in dem das Wasser gurgelnd zwischen größeren und kleineren Steinen hindurchfloss. Sie sah den Wolf Richtung Fluss laufen und hinter einem Felsen verschwinden. Es war ganz still. Außer dem Wasser war nichts zu hören. Keine Tiere, keine Menschen – nicht einmal in weiter Ferne die Geräusche vorbeifahrender Autos. Umso erschrockener war Charlotta, als sie plötzlich aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahrnahm. 
Sie wandte sich um und sah Rob aus der Richtung auf sich zukommen, in die vorher der Wolf verschwunden war. Mit gerunzelter Stirn sah sie ihn fragend an. „Irgendwann wirst du verstehen“, sagte er – seine Stimme hatte einen leicht resignierten Unterton. „Komm, ich bringe dich jetzt nach Hause.“ Automatisch griff sie nach seiner dargebotenen Hand, ließ sich von ihm hochziehen und lief neben ihm her. In diesem Augenblick hatte sie das Gefühl, das sei in Ordnung so.

Überraschend schnell standen sie vor ihrem Haus. Rob, der Mann, den sie eigentlich nicht leiden konnte, beugte sich zu ihr herab und drückte ihr einen sanften Kuss aufs Haar. Dabei hörte sie, wie er tief einatmete. „Schlaf jetzt“, sagte er leise. Noch bevor sie etwas sagen konnte, spürte sie die weiche Matratze unter sich und registrierte, dass sie in ihrem Bett lag. Aber auch das war etwas, worüber sie sich erst am nächsten Morgen wundern würde.



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